Was ist Radcross

Querfeldeinrennen erklärt

Der Sport

Rad-Cross – ehrlicher und dynamischer Hochleistungssport. Fahren, absteigen, laufen, tragen, packende Zweikämpfe und spannende Überholmanöver – das ist Rad-Cross. Querfeldein-Rennen werden immer beliebter, denn der Sport ist abwechslungsreich, verlangt den Aktiven alles ab und kann von den Zuschauern bestens beobachtet werden. Und bietet den Radsportler auch im Winter beste Trainingsmöglichkeiten.

Deutscher Meister Karsten Migels Deutsche “Rad-Querfeldeinmeisterschaft” 1982 in Ludwigshafen – Foto: www.Roth-Foto.de

Ein Markenzeichen von Cross-Rennen sind unbefestigte Feld- und Waldwege, Runden von zwei bis drei Kilometer Länge sowie kurze, enorm steile Passagen, die die Fahrer zum Absteigen und Tragen des Rads zwingen. Das alles findet auf gut überschaubaren Runden statt, beste Bedingungen also auch für Radsport-Fans! Weil sich die Sportler zudem immer stärker professionalisieren und die Disziplin auch international an Renommee gewinnt, steigen sportliches Niveau und Spannung für die Zuschauer gleichermaßen. Und für Sponsoren ein ideales Betätigungsfeld. Zumal auch das Design der Strecke für ein Höchstmaß an Unterhaltung sorgt. Die rund 3 Kilometer langen Strecken sind überall gut einsehbar, bietet zahlreiche Möglichkeiten, sich als Sponsor darzustellen und verlangt den Fahrerinnen und Fahren alles ab.  Damit sind die Parcours enorm zuschauerfreundlich, Spannung und Dynamik bis zum Ende sind garantiert. Deutsche Radsportler waren übrigens immer sehr erfolgreich in dieser Sportart, die von Anfang Oktober über den Winter bis zum April gerne auch von Straßenfahrern genutzt wird. Klaus-Peter Thaler, Rolf Wolfhohl und in den 90er Jahren Mike Kluge waren herausragende Querfeldeinfahrer und wurden errangen mehrfach Weltmeistertitel. Seinen Ursprung hatte diese Radsportart kurz nach der Jahrhundertwende, als an der französischen Rivera 1899/ 1900 Straßenfahrer dies zum Formaufbau nutzten. Untrennbar mit den Erfolgen Deutschen Radprofis ist der Name von Hanka Kupfernagel verbunden. Die „Grande Dame“ des Crosssportes gewann alles, was man als Crossfahrerin gewinnen kann und war bereits mehrfach zu Gast in der Region. Derzeit wird der internationale Querfeldeinsport im Männerbereich fast vollständig von Belgiern beherrscht.

Das Rennprocedere:

Die Dauer des Rennens ist abhängig von den Fahrerkategorien und beträgt im Bereich des Bund Deutscher Radfahrer im Einklang mit den Regeln der Union Cycliste Internationale zwischen 20 und 60 Minuten. Die Anzahl der zu fahrenden Runden wird auf der Grundlage der Fahrzeit des führenden Fahrers ermittelt, nachdem dieser zwei komplette Runden zurückgelegt hat. Mit Beginn der dritten Runde wird die Anzahl der verbleibenden noch zu fahrenden Runden auf einer Tafel in Höhe der Ziellinie angezeigt. Die letzte Runde wird mit einer Glocke angekündigt.

Kategorie männlich weiblich
Elite 60 min 40 min
U 23 50 min
Masters 40 min 30 min
U 19 40 min 40 min
U 17 30 min 30 min
U 15 20 min 20 min

Die Strecke in Bensheim

Der etwa 3 Kilometer lange Rundstreckenkurs im Bensheimer Sportpark West gehört zu den wohl schönsten und zugleich anspruchsvollsten Cross-Strecken in Deutschland. Wenzel Böhm-Gräber, deutscher Nationalfahrer, sagt: „Ich finde die Strecke gut und vergleichbar mit der EM in Hoogstraten, Belgien. Die Startgeraden auf dem Berliner Ring und weitere 100 Meter Straße bis zur ersten Zieldurchfahrt gibt allen Fahrern in der wichtigen Startphase genügend Raum zum Überholen. Nach der Zieldurchfahrt geht es dann auf die normale Runde mit 3 Kilometern Länge, 60 Höhenmetern, 600 Meter Asphalt, 1,9 Kilometer Rasen und 500 Meter Schotter und 50 Meter Sandpassage. Auf der gesamten Runde ist eine Streckenbreite von mindestens 4 Metern gegeben, der überwiegende Teil ist mit 5 Metern Breite abgesteckt. Die Strecke hat zwei Depots, zwei künstliche Hindernisse, eine zwölfstufige Naturtreppe mit 4 Meter Breite und zwei Hürden zur Tempoentschärfung vor dem Hauptdepot zwei.

Zum Quali Modus

Es kann jeder mit einer Rennlizenz des Bundes Deutscher Radfahrer  in den entsprechenden Kategorien an den Start gehen. Die Gesamtwertung der gesammelten Punkte in einer Saison bestimmt die  Startaufstellung.  Punkte im Weltcup bzw UCI Rennen haben einen größeren Stellenwert als Punkte aus der Deutschland Cup Rennserie. Weltcuppunkte führen zu einer verbesserten Startmöglichkeit. Der Start erfolgt meist auf einer langen Geraden, so dass die acht Punktbesten nebeneinander starten dürfen. Der Start ist von großer Bedeutung, denn ein Überholen auf der Strecke ist oft sehr schwierig und kräfteraubend. Daher kommt dem Start eine große Bedeutung zu. Bei der Deutschen Meisterschaft in Bensheim befindet sich der Startbereich auf dem Berliner Ring.